Die „Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG“, kurz DKW, gehört zweifellos zu den bekanntesten Unternehmen der deutschen Automobilindustrie. Die Gründungsgeschichte ist eng mit dem dänischen Ingenieu Jørgen Skafte Rasmussen verknüpft: Dieser führte nach seiner Übersiedlung nach Deutschland ab 1904 eine Firma namens „Rasmussen & Ernst“, die vorwiegend Apparate für den Dampfmaschinenbetrieb herstellte. Später verlegte Rasmussen sein Unternehmen von Chemnitz nach Zschopau, expandierte und spezialisierte sich auch auf die Produktion von Haushalts- und Elektrogeräten. Nachdem auch im Bereich von Motoren erste Experimente erfolgreich verlaufen waren, stellte das Unternehmen 1920 einen ersten Automobil-Prototyp her, zudem wurden ein Jahr später die Produktionsstätten eines Motorradherstellers erworben. DKW stellte in der Folgezeit überwiegend Motorräder her – so erfolgreich, dass man sogar zum weltweiten Marktführer avancierte. Legendäre Modelle waren zum Beispiel die DKW E 206 mit 206-cm³-Einzylindermotor, die E 206 die E 200 und die DKW Luxus 200. Seit 1932 gehörte die „Zschopauer Motorwerke J. S. Rasmussen AG“ gemeinsam mit der Automobilsparte von
Wanderer,
Audi und
Horch offiziell zur
Auto Union, einem Zusammenschluss der Automobilindustrie, um drohenden finanziellen Schwierigkeiten deutscher Hersteller auszuweichen. DKW konnte sich als Marke weiterhin behaupten, erzielte mit etlichen Modellen auf dem deutschen Markt Erfolge. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Motorradproduktion in Zschopau als Industrieverband Fahrzeugbau, kurz IFA, fortgesetzt und später in den Volkseigenen Betrieb VEB Motorradwerke Zschopau (MZ) umgewandelt. Im Jahre 1949, nach kompletter Neugründung der
Auto Union GmbH, wurde auch die Produktion von DKW-Modellen in Westdeutschland wieder aufgenommen. Mit dem Zweitakter DKW F102 lief Mitte der 1960er Jahre das letzte Modell der Traditionsmarke vom Band.