Für die Geschichte der Automobil- und Motorradmarke
DKW und damit auch für die Geschichte des deutschen Automobilbaus spielte der dänische Ingenieur und Unternehmer Jørgen Skafte Rasmussen eine entscheidende Rolle. Geboren 1878 auf der Insel Lolland, übersiedelte Rasmussen nach Deutschland und studierte um die Jahrhundertwende im sächsischen Mittweida Maschinenbau und Elektrotechnik, später an der Ingenieurschule in Zwickau. Nach seinem Abschluss gründete Rasmussen zunächst das Unternehmen Rasmussen & Ernst, das sich vorwiegend auf die Herstellung von Apparaten spezialisierte, unter anderem für den Dampfmaschinenbetrieb. Der findige Ingenieur erwarb schließlich in Zschopau eine eigene Fabrik, in der die Produktion erweitert und weitere Geschäftszweige eröffnet werden konnten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges vertrieb Rasmussen dann erste Motorräder, ab 1928 dann komplette Automobile. Die Glanzzeit der Marke
DKW bildeten die 1920er Jahre, in denen das sächsische Unternehmen zum weltweit größten Hersteller für Motorräder avancierte. Aber auch im Bereich des Flugzeugbaus oder in der Produktion von Küchen-Elektrogeräten erzielte die Zschopauer Motorenwerke J.S. Rasmussen AG Erfolge. Anfang der 1930er Jahre war Rasmussen, der großen Anteil an der Gründung der
Auto Union AG hatte, Vorstandsmitglied des neuen automobilen Dachverbandes. Rasmussen starb 1964 im dänischen Kopenhagen.