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Kabel statt Kardanwelle: In der Studie VW CrossCoupé kommt ein elektrischer Allradantrieb zum Einsatz, der die konventionelle Kraftübertragung verzichtbar macht. (Foto: Volkswagen)
Kabel statt Kardanwelle: In der Studie VW CrossCoupé kommt ein elektrischer Allradantrieb zum Einsatz, der die konventionelle Kraftübertragung verzichtbar macht. (Foto: Volkswagen)
geschrieben von news - 21.02.2012, 09:22 Uhr Kategorie: News-Eintrag

By-Wire-Technologie fürs Auto ist im Kommen

By-Wire-Technologie fürs Auto ist im Kommen www.autolino.de'; 1 0,0 5

Ingolstadt (dpa/tmn) - Bowdenzüge und Gestänge waren gestern: Heute sind viele Systeme im Auto elektronisch gesteuert. Die Technologie, die Gewicht spart und Platz schafft, heißt «by wire». Bei Ingenieuren ist sie beliebt, für den Alltagseinsatz aber gibt es noch Hürden.


Lenkgestänge, Schaltkulisse, Kardanwelle - wenn es nach Peter Kunsch geht, sind diese Bauteile im Auto nur noch Ballast. Der Entwickler bei Audi arbeitet längst an einer alternativen Lösung: Er will immer mehr mechanische und hydraulische Bauteile durch elektrische Komponenten ersetzen und ist damit voll im Trend. Denn auch andere Hersteller versuchen dies. Durch «by wire» sollen wichtige Funktionen im Auto nur noch per Kabel gesteuert und bedient werden. Vor allem bei sicherheitsrelevanten Komponenten will der Gesetzgeber aber noch ein Wörtchen mitreden.

Nissan Pivo3

«By-wire»-Technologie am Beispiel des Nissan Pivo3: Der Stadtwagen fährt mit elektrischen Radnabenmotoren und wird komplett ohne Mechanik gesteuert. (Foto: Nissan)

Schon heute funktionieren Gaspedal oder Automatikgetriebe bei vielen Autos mit der By-Wire-Technologie, und bei den meisten Messestudien hat die Mechanik bereits völlig ausgedient. Dabei hilft den Ingenieuren nicht zuletzt der Trend zum Elektromotor, der mit viel weniger mechanischen Komponenten auskommt als ein Verbrenner. So demonstriert Kunsch die Vision der By-Wire-Steuerung an einer Designstudie: Der elektrische Kleinwagen A2 Concept, der auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) gezeigt wurde, setze komplett auf elektronische Steuerung. Auch habe er keine mechanische Verbindung mehr aus dem Cockpit in den Motorraum.

Audi-Studie A2 Concept

Nur noch «by-wire» zu lenken: Eine mechanische Verbindung zwischen Cockpit und Motorraum gibt es in Audis Studie A2 Concept nicht mehr. (Foto: Audi)

Besonders stolz ist Kunsch auf die elektronische Lenkung, bei der ein Sensor die Drehbewegungen am Lenkrad misst und damit den E-Motor im Lenkgetriebe steuert. Da das Lenkgestänge dabei überflüssig werde, erhöhe sich die Flexibilität beim Einbau. So könne der Motor tiefer eingebaut werden, was einen günstigeren Schwerpunkt ermögliche. Und es werde Gewicht gespart. «Außerdem wird das Auto sicherer, weil bei einem Unfall die Gefahr durch die Lenksäule entfällt», erläutert der Entwickler. Ebenfalls «by wire» arbeitet im A2 die Bremse, bei der Audi auf die aufwendige Hydraulik verzichtet hat. An ihre Stelle treten sogenannte Kugelgewindetriebe, die die Beläge blitzschnell elektrisch an die Scheibe drücken.

Nach Getriebe, Pedalerie und Lenkung rücken die Ingenieure mit ihren Kabeln auch der Kardanwelle bei Geländewagen zu Leibe. Sie arbeiten am elektrischen Allradantrieb und wollen die konventionelle Kraftübertragung verzichtbar machen. «Wenn ein E-Motor die Kraft an der Hinterachse erzeugt, wird die mechanische Verbindung durch den Mitteltunnel hinfällig», erläutert Peugeot-Sprecher Bernhard Voß. Bei der Hybridversion des Vans 3008 haben die Franzosen das Prinzip erstmals umgesetzt und im Innenraum dabei viel Platz gespart.

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